Digitalisierung im Gesundheitswesen - Die Kehrseite
Digitalisierung im Gesundheitswesen läuft schleppend
Warum das so ist und was Patientinnen und Patienten wirklich davon haben
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eines der meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Laut dem „Digital Health Report 2026“ wünschen sich 70 Prozent der Patientinnen und Patienten mehr Tempo bei der Umsetzung digitaler Lösungen. Doch warum läuft die Digitalisierung oft so schleppend? Und was bedeutet das eigentlich für Sie als Patientin oder Patient?
In diesem Blogartikel nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen der Digitalen Gesundheitspraxis und zeigen Ihnen, wie Digitalisierung bei uns funktioniert, welche Vorteile sie für Sie bringt – und warum sie für uns manchmal auch ein echter digitaler Wahnsinn ist.
Komfort und Flexibilität für Patientinnen und Patienten
Für Sie als Patientin oder Patient ist die Digitalisierung ein echter Gewinn: Termine können bequem per App gebucht werden, Rezepte lassen sich mit wenigen Klicks nachbestellen, und Videosprechstunden ermöglichen eine Beratung vom heimischen Sofa aus – ganz ohne Wartezimmer und Anfahrt.
Digitale Kommunikationswege wie E-Mail, Online-Rezeption und Arzt-direkt-App machen den Kontakt zur Praxis einfacher und jederzeit möglich. Sie können Ihre Gesundheitsdaten einsehen, Ihre Medikamente nachbestellen und sogar direkt Nachrichten an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt schicken – und das rund um die Uhr.
Mit der Waitbird-App können Sie sich zur Akutsprechstunde bequem von zu Hause anmelden und ganz entspannt auf dem Sofa warten, bis Sie in die Praxis gerufen werden. So sparen Sie sich unnötige Wartezeiten vor Ort.
Über die Arzt-direkt-App sehen Sie sofort, wann Ihre Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen übertragen wurden. Sie wissen genau, wann Sie zur Apotheke gehen können oder ob Ihrem Arbeitgeber die AU-Bescheinigung bereit gestellt wurde. Zudem können Sie Nachrichten ähnlich wie bei WhatsApp schreiben und Fragen direkt und unkompliziert an uns stellen – der kurze Weg zum Arzt für schnelle Anliegen.
Ihre Impfdaten verwalten Sie bequem in der Impfpass DE-App. Sitzen Sie im Krankenhaus und werden nach Ihrer letzten Tetanus-Impfung gefragt? Dann genügt ein Blick auf Ihr Handy – ganz ohne langes Suchen oder Papierkram.
Darüber hinaus können Sie Formulare digital erhalten oder versenden und selbständig Ihre Laborwerte abrufen. So behalten Sie jederzeit den Überblick über Ihre Gesundheitsdaten und sind aktiv in Ihre Versorgung eingebunden.
Das ist wirklich krass – ein rundum bequemes Programm, mit dem Sie alles ganz entspannt vom Sofa aus erledigen können.

Doch was bedeutet das für uns in der Praxis?
Für uns ist Digitalisierung nicht nur ein schicker Komfort, sondern oft auch ein echter Drahtseilakt – aber einen, den wir mit Herz und Leidenschaft gerne meistern.
Mit jedem neuen Kanal – sei es Mail, Telefon, Online-Rezeption, Arzt-direkt-App oder ImpfpassDE – schießen die Anfragen nur so durch die Decke. Heute bekommen wir ungefähr zehnmal so viele Nachrichten und Anrufe wie früher. Und viele dieser Anliegen sind nichts, was unsere Medizinischen Fachangestellten einfach so nebenbei abhandeln könnten – nein, die landen direkt bei den Ärztinnen.
Da sitzt man dann, denkt sich: „Endlich mal kurz durchatmen und ein Schluck Wasser trinken!“ – und zack, wird man zum 24/7-Callcenter, das rund um die Uhr für alle Fragen und spontanen Eingebungen bereitsteht. Aber wissen Sie was? Wir machen das wirklich gerne – denn für uns bedeutet das, für Sie da zu sein, wann immer Sie uns brauchen. Digitalisierung ist für uns keine Last, sondern eine Chance, die wir mit vollem Einsatz nutzen.
Der digitale Geduldsfaden: Blaue Haken und nächtliche Nachrichten
Sie kennen das sicher: Sie schicken eine Nachricht über WhatsApp und starren auf Ihr Handy wie ein Hund auf den Postboten – bis der ersehnte blaue Haken endlich auftaucht. Dauert’s mal länger, kommt prompt die nächste Nachricht: „Hallo? Blaue Haken?“ Bei uns gibt’s die „Gelesen“-Haken übrigens auch – sowohl in der Arzt-direkt-App als auch in der Online-Rezeption. Nur leider können wir nicht immer so schnell tippen wie Sie.
Und dann die nächtlichen Nachrichten um 3:32 Uhr. Während wir friedlich schlafen und von ruhigen Wartezimmern träumen, tippen manche Patientinnen und Patienten fleißig drauflos – mit der stillen Erwartung, dass wir pünktlich zum Praxisstart um 8 Uhr schon mit der Antwort parat stehen. Wir sind nicht alle Nachteulen, aber wir lieben unsere Patientinnen und Patienten – und ihren unerschütterlichen Glauben an unsere Superkräfte. Manchmal wünschen wir uns tatsächlich, wir hätten auch so einen blauen Haken, der uns sagt: „Jetzt ist Feierabend!“
Die digitale Assistentin – ein Krimi in Fremdsprache
Unsere digitale Assistentin, die Anrufe entgegennimmt, wenn unsere Leitung belegt ist oder wir keine Hand frei haben, fasst die Anliegen zusammen – oder versucht es zumindest. Manchmal klingt das Ergebnis wie ein Krimi in einer Fremdsprache – je nachdem, was unsere Patientinnen und Patienten am Ende gesagt haben. Zum Beispiel: „Patientin klagt über Schmerzen im linken Bein, möglicherweise verursacht durch den Kühlschrank oder den Nachbarn, der zu laut schnarcht.“ Zum Schreien komisch!
Schließlich stecken auch manche digitalen Tools augenscheinlich noch in den Kinderschuhen oder unsere Lisa hat noch nicht alle Dialekte gelernt. Da hilft dann nur noch eins: Rückruf. Und ja, das bedeutet für uns noch mehr Arbeit, aber wir nehmen’s mit Humor.

24/7 Erreichbarkeit – mit Nachtschichten und Sonntagsarbeit
Wir sind zwar rund um die Uhr erreichbar – ja, wirklich! Doch was nachts und am Wochenende an Nachrichten und Anrufen aufläuft, ist eine echte Herausforderung. Jeden Abend wirft unsere Praxismanagerin einen Blick in die Eingänge und jeden Sonntagabend sortiert und arbeitet sie schon Vieles ab, damit wir montags überhaupt einen Überblick haben, bevor die Rushhour ab 6:00 Uhr montagmorgens losgeht.
Wenn Fernsehen und Praxis verschmelzen
Und dann gibt’s da noch die Fernsehabende unserer Patientinnen und Patienten: Kaum läuft eine Szene mit Gesundheitsthemen – ganz extrem, wenn die Serie Visite läuft – zücken sie ihr Handy und schreiben uns Nachrichten wie: „Frau Dr. Hahne, ich hab gerade gesehen, dass Vitamin D wichtig ist – soll ich das auch nehmen?“ oder „Kann das, was der Patient da hat, auch bei mir sein?“ oder „Ich hab da was bei Mr. Google gelesen, was meinen Symptomen ähnelt – was meinen Sie dazu?“ Und wir denken uns: Willkommen im digitalen Zeitalter, wo Arztpraxis und Wohnzimmer verschwimmen.
Kosten und Personalaufwand – die oft unterschätzte Kehrseite
Doch so bequem und modern die Digitalisierung für Sie auch ist – für Arztpraxen ist sie ein echter Kosten- und Personalapparat. Allein die Online-Rezeption kostet uns rund 250 Euro im Monat – und das ist nur ein Gadget.
Weitere digitale Anwendungen, deren Anschaffung, Wartung und Integration, treiben die Kosten weiter in die Höhe. Jedes Tool kostet extra – vom Wartezimmer-TV über digitale Zeitschriften bis hin zur Waitbird-App, die dafür sorgt, dass Sie bequem zu Hause oder beim Einkaufen warten können und nicht im vollen Wartezimmer sitzen, über den Sprachassistenten, der uns während der Sprechstunde mehr Zeit für Sie verschafft, und der digitalen Telefonassistentin, die dafür sorgt, dass alle Anrufe auch beantwortet werden. Die teilweise fehlenden Schnittstellen zur Praxissoftware erschweren die Auswahl zusätzlich. Und das ganze muss ja auch noch datenschutzkonform sein. Und und und …
Und das Personal? Die Flut an Nachrichten und Anrufen bedeutet, dass wir mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen, die diese Anfragen sichten, sortieren und bearbeiten. Eine Arbeit, die keinen Cent direkt einbringt, sondern reiner Service ist – Service, den wir mit vollem Herzen leisten, der aber auch Ressourcen bindet, die Praxen eigentlich für die medizinische Versorgung brauchen.
Zudem muss das Personal für diese Aufgaben auch geeignet sein. Teilweise sind Mitarbeitende mit der Technik und dem hohen Andrang überfordert, was zusätzliche Schulungen und Unterstützung notwendig macht.
Kein Wunder, dass nicht alle Praxen diesen Schritt mit voller Kraft gehen. Die Digitalisierung soll voranschreiten – aber wie, wenn sie gleichzeitig so viel Mehrarbeit und Kosten verursacht?

Modernste Technik – aber mit digitalem Wahnsinn
Unsere Praxis ist komplett digital ausgestattet: Alle modernen Untersuchungsgeräte sind direkt mit unserer Praxissoftware vernetzt. Selbst bei banalen Blutdruckmessungen landen die Werte automatisch und in Echtzeit in der Patientenkartei. So sparen wir Zeit, reduzieren Fehlerquellen und haben jederzeit den besten Überblick über Ihre Gesundheitsdaten – für eine noch präzisere und schnellere Behandlung.
Aber um das zu schaffen, was wir in unserer Praxis leben, muss man schon ein bisschen dem digitalen Wahnsinn verfallen sein. Und genau das sind wir – mit Herz, Humor und Leidenschaft.
Digitalisierung bei Citypraxis Hahne – Mehr als Technik, eine Herzensangelegenheit
Wofür steht Digitalisierung also für uns wirklich? Es geht weit über Technik hinaus. Es ist die Garantie, dass keine Gesundheitsinformation verloren geht, dass jede Untersuchung, jede Behandlung, jede Frage sorgfältig dokumentiert wird. Das bedeutet für Sie: eine Versorgung, die so individuell und sicher ist, wie Sie es verdienen.
Digitalisierung schenkt Ihnen mehr als Komfort – sie schenkt Ihnen Vertrauen. Vertrauen, dass wir jederzeit den Überblick haben, dass wir schnell und direkt für Sie da sind, egal ob per App, Telefon oder Video. Sie haben mehr Kontrolle über Ihre Gesundheit, mehr Nähe zu uns – auch wenn wir nicht im selben Raum sind.
Warum gehen wir diesen anspruchsvollen, kosten- und ressourcenintensiven Weg? Weil wir an mehr glauben als an das Hier und Jetzt. Weil wir Visionäre sind, die den Wandel nicht abwarten, sondern gestalten wollen. Weil wir wissen, dass Innovation der Schlüssel zu einer besseren Medizin ist – für Sie und für die Zukunft.
Ja, es kostet uns viel – Zeit, Energie, Herzblut und Geld. Aber wir tun es aus Überzeugung, aus Leidenschaft und aus Verantwortung. Wir sind stolz darauf, Vorreiter zu sein, die ersten, die mutig neue Wege gehen, um Ihnen die bestmögliche Versorgung zu bieten.
Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Versprechen: Ein Versprechen, jeden Tag besser für Sie da zu sein, mit all unserer Kraft, unserem Wissen und unserem Herzen.
Denn am Ende zählt nur eins: Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Und dafür geben wir alles – heute, morgen und in Zukunft.














